Analysen (Tab-Liste)
Hilfe zur Tablistensteuerung: Über die Tablistensteuerung kann die Sichtbarkeit der jeweiligen Tabinhalte umgeschaltet werden, welche sich unterhalb der Tablistensteuerung befinden.
Episode (Inhalt)
- Titel
- «Abstimmungs-Arena» zur einheitlichen Finanzierung im Gesundheitswesen
- Lead
- In der einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen («Efas») sehen Bundesrat und Parlament ein Mittel zur Kostensenkung im Gesundheitswesen. Dagegen hat die Gewerkschaft VPOD das Referendum ergriffen: Sie fürchtet einen beschleunigten Anstieg der Krankenkassenprämien.
- Publikationsdatum
- 25.10.2024 20:30
Transkript (Inhalt)
-
Efas - der Name alleinist ein Buch mit sieben Siegeln.
-
Darum schauen wirals Erstes in dieser Sendung,
-
worum es geht bei dieserAbstimmungsvorlage,
-
über die wir am 24. Novemberabstimmen werden.
-
Das ist Efas:
-
Eine Person muss für einen Eingriffins Spital.
-
Kann die Personwenige Stunden später
-
ohne Übernachtung nach Hause gehen,
-
spricht manvon einer ambulanten Behandlung.
-
Übernachtet die Person voroder nach dem Eingriff im Spital,
-
ist von einer stationären Behandlungdie Rede.
-
Die Behandlungsarten werden heuteunterschiedlich finanziert.
-
Bei ambulanten Behandlungenkommen die Krankenversicherer
-
für die gesamten Kosten auf.
-
Für stationäre Leistungen übernimmtder Kanton mind. 55 % der Kosten.
-
Die restlichen 45 %bezahlen die Krankenversicherer.
-
Mit der Reform sollen ab 2028beide Behandlungsarten
-
einheitlich finanziert werden.
-
Künftig sollen die Kantonemind. 26,9 % für alle Leistungen
-
in der obligatorischenKrankenversicherung bezahlen -
-
die Krankenversicherer max. 73,1 %.
-
Die Reform betrifft auchdie Finanzierung
-
von Pflegeleistungenzu Hause oder im Pflegeheim.
-
Heute übernehmendie Krankenversicherer
-
gemäss Schätzungen des BAG ca. 54 %der Pflegekosten
-
in der obligatorischenKrankenversicherung.
-
Den Rest bezahlen die Kantone.
-
Mit der Reform würden die Kostenab 2032 für Pflegeleistungen
-
ebenfalls über den neuenVerteilschlüssel finanziert.
-
Die Krankenversicherermüssten also max. 73,1 % übernehmen,
-
die Kantone mind. 26,9 %.
-
Das Parlament hat die Reformnach jahrelangem Tauziehen
-
im Dezember 2023 verabschiedet.
-
Dagegen hat die Gewerkschaft VPODdas Referendum ergriffen.
-
Deshalb stimmt die Schweizam 24. November
-
über die einheitliche Finanzierungvon Gesundheitsleistungen ab.
-
Nach 14 Jahren Tauziehen imParlament jetzt also die Abstimmung,
-
weil es ein Referendum gegeben hat.
-
Das ist Politstoff für die "Arena".
-
Mit Live-Untertiteln von SWISS TXT
-
Heute in der "Abstimmungsarena"zur einheitlichen Finanzierung
-
im Gesundheitswesen:
-
Elisabeth Baume-Schneider,
-
sie vertritt die Position vonBundesrat und Parlament und sagt:
-
"Die einheitliche Finanzierungfördert ambulante Behandlungen."
-
"So wird das Kostenwachstumim Gesundheitswesen gedämpft
-
und das sorgt für eine Entlastungder Prämienzahlenden."
-
Natascha Wey, Generalsekretärinder Gewerkschaft VPOD sagt:
-
"Am Ende des Tages
-
bleiben die Prämienzahlendenauf hören Kosten sitzen,
-
während die Krankenkassennoch mehr Macht erhalten."
-
"Die Reform ist überladen
-
und bringt auch für dasPflegepersonal nur Nachteile."
-
Patrick Hässig,Nationalrat GLP sagt:
-
"Die Arbeitsbedingungen für dasPflegepersonal werden verbessert."
-
"Dienste in der Nacht undam Wochenende werden seltener."
-
"Und die Verlagerung in denambulanten Bereich spart Kosten."
-
David Roth, Vizepräsident SP sagt:
-
"Mit der einheitlichen Finanzierungzahlen die Kantone
-
weniger an die Langzeitpflege."
-
"Weil die Kosten abergerade in diesem Bereich
-
stark zunehmen werden,
-
führt die Reform zu höherenKrankenkassenprämien."
-
Ausserdem für die Reform:Lukas Engelberger,
-
Präsident Konferenzkantonale Gesundheitsdirektorinnen
-
und -direktoren.
-
Und gegen die Reform: Marta Lehmann,SP-Grossstadträtin Luzern
-
und ehemalige Pflegefachfrau.
-
Die "Abstimmungsarena" -moderiert vom Mario Grossniklaus.
-
Herzlich willkommen an allepolitisch Interessierten im Studio
-
und vor den Bildschirmen.
-
Wir sind heute Abendeine wichtige Sendung.
-
Wir sind nämlicheine "Abstimmungsarena".
-
Wie immer in solchen Sendungen,
-
stoppen wir auf beiden Seitendie Zeit.
-
Sie sehen das unten eingeblendet,wenn die Uhr funktioniert.
-
Pro ist blau, Kontra ist rot.
-
Jetzt wechseln wir die Sprache fürunseren Gast aus dem Bundesrat,
-
sie steht bereit für das 1:1 -Elisabeth Baume-Schneider.
-
Bonsoir,Madame La Conseillère Fédérale.
-
C'est un plaisirde vous avoir ce soir.
-
Bonsoir, ich bin sehr zufrieden,
-
dass wir hierendlich Französisch reden.
-
Wir wechseln aber natürlich dieSprache noch einmal auf Hochdeutsch.
-
Wir schauen uns als Erstes
-
die grössten Sorgender Schweizer Bevölkerung an.
-
Das ist das Sorgenbarometer der CSaus dem Jahr 2023.
-
Wir sehen die Gesundheitsfragen -Krankenkasse und Prämien -
-
auf Platz 1 noch vor Umweltschutz,Klima und der Altersvorsorge.
-
Können Sie uns versprechen -
-
Wenn diese Efas-Reform kommt,wenn es ein Ja gibt,
-
dass die Prämien weniger starksteigen als jetzt?
-
Ich mache kein Versprechen.
-
Aber ich kann dafür argumentieren.
-
Es ist nachvollziehbar, dass,wenn man ambulant ins Spital geht,
-
ist es günstiger,als wenn man im Spital bleibt.
-
Wenn man dort schläft,mehrere Tage dort verbringen,
-
ist das teurer, als wenn dieBehandlung ambulant gemacht wird.
-
Das wird die Kosten dämpfen.
-
Das hat einen Einflussauf die Prämien.
-
Wichtiger ist aber - und auch dasist nicht schwierig zu erklären -
-
es ist eine Abstimmungüber die Finanzierung.
-
Man hateine einheitliche Finanzierung.
-
Man sieht, dass nicht nurdie Krankenkassen zahlen,
-
sondern auch die Kantone.
-
Das ist wichtig.
-
Es entsteht ein positiver Anreizfür die ambulante Behandlung.
-
Daher werden die Kosten sinken,wenn es so kommt.
-
Ab 2028 - das muss man aucherklären - gibt diese Verlagerung
-
von den Krankenkassenzu den Kantonen
-
den Kantonen die Möglichkeit,
-
dass die Prämienzahlendenweniger Prämien zahlen werden.
-
Das ist eine Auswirkung.
-
Sie sagen,das sei ein Systemwechsel,
-
den wir vollziehen würden.
-
Sie glauben auch, dass die Prämien-last stabilisiert werden kann.
-
Die Gegner sagengenau das Gegenteil.
-
Sie warnen davor,dass die Prämienlast steigt.
-
Liegen die Referendumsleutealso komplett falsch?
-
Es geht nicht darum, was ich glaube,sondern um die Fakten.
-
Die Fakten zeigen es klar.
-
Zwischen 2006 und 2019hat man alles genommen:
-
ambulant, Spital, Langzeitpflege.
-
Das Ergebnis solltekostenneutral sein.
-
Man hat eine Prozentzahl bestimmt.
-
Ab 2028 kommt der Wechsel.
-
Ab 2032 - darüber werden wir nochsprechen - die Langzeitpflege.
-
Es zeigt,dass es die Kosten dämpfen wird.
-
Und das beeinflusstPrämien.
-
Man kannnoch viel mehr darüber sagen.
-
Für mich ist wichtig, dass man vordem System keine Angst haben sollte.
-
Denn es wird transparenter.
-
Eine einheitliche Finanzierungist auch einfacher zu verstehen.
-
Es ist schwierig zu verstehen,
-
warum es im Spital eine andereAbrechnung gibt als zu Hause.
-
Oder später im Altersheimoder bei der Spitex.
-
Es wird alles einfacher.
-
Darüber müssen wir heute Abenddiskutieren.
-
Ich möchte aber noch einmalüber die Kosten sprechen.
-
Sie sagen, die Kostenwerden nicht weiter steigen.
-
Das habe ich nicht gesagt,Entschuldigung.
-
Ich sagte,sie werden weniger steigen.
-
Das ist wichtig.
-
Das kann ich nicht versprechen.
-
Sie sagen nicht,die Prämienlast wird zurück gehen.
-
Nein, aber man muss es klar sagen,es ist kein Sparpaket.
-
Es ist eine andere Verteilung,die effizienter ist.
-
Sie bringt positive Anreize.
-
Jeder ist in der Verantwortung.
-
Die Kantone,die Krankenkassen, der Bund.
-
Das ist ein Ecosystem, das einfacherund transparenter sein wird.
-
Bei stationären Behandlungen,mit mind. einer Übernachtung,
-
sieht es anders aus.
-
Da müssen Patienten tieferins Portemonnaie greifen.
-
Selbstbehalt und Franchise
-
werden heute nur auf denKrankenkassenanteil berechnet.
-
Das sind 45 %.
-
Mit Efas würde sich das ändern.
-
Dann würden Selbstbehaltund Franchise
-
auf die gesamten Behandlungskostenberechnet.
-
D.h., ich als Patient bezahlebei einer stationären Behandlung
-
sehr viel mehr.
-
Sehr viel ist nicht ganz richtig.
-
Sie zahlen ihre Franchiseund den Selbstbehalt.
-
Aber es wird teurer.- Ja.
-
In einigen Fällen wird es teurer.
-
Sie sprechen aber nichtvon den Leuten,
-
die z.B. einen chronischen Diabeteshaben und jedes Jahr
-
ambulant immer mehr zahlen.
-
Für diese Leute wird es anders.
-
Es wird eine andere, wie sagt man,Rechnung für sie geben.
-
Man geht vielleicht zwei bis dreimalin seinem Leben ins Spital
-
für eine Hernie, aber nicht täglich.
-
Bei einer chronischen Krankheitmuss man das ganze Jahr
-
oder sogar mehrere Jahre ins Spital.
-
Dann sprechen wir auch nochüber die Pflege.
-
Auch dort werde laut den Gegnernalles teurer,
-
weil die Menschenimmer länger leben und älter werden.
-
Tatsächlich rechnetdas Bundesamt für Statistik vor,
-
dass die Zahlder Menschen über 80 Jahren steigt
-
von 0,46 Mio. 2020auf 1,11 Mio. 2050.
-
Das sind fast zweieinhalb Mal mehrLeute über 80 Jahren.
-
Das wird teuer.
-
Ich bin froh,dass die Leute älter werden,
-
wenn sieein qualitativ gutes Leben haben.
-
Dann wird es aber auch teurer.
-
Heute hat man 6 Mrd.Gesundheitskosten für die Pflege.
-
Im ambulanten Bereich hat man23 oder 26 Mrd., also viermal mehr.
-
Auch wenn die Kostenfür die Pflege steigen,
-
steigen sie nicht so stark,
-
wie mit den 23 Mrd. wie heute.
-
Man darf nicht denken,
-
dass sich etwas ändern wirdfür die Menschen im Pflegeheim.
-
Ein anderes Argument noch.
-
Wenn man öfters ambulant ist,
-
kann man in ein besseres Ecosystem,so nenne ich das, kommen.
-
Der Arzt kann mit der Spitexund Therapeuten zusammenarbeiten.
-
Vielleicht bleibe ich auchlänger zu Hause,
-
anstatt in ein Altersheim zu gehen.
-
Darüber sprechen wir noch im Detail.
-
Ein Ex-SpitzenbeamterIhres Departementes sagt,
-
das sei keine gute Reform.
-
Er lehnt sie ab.
-
Oliver Peters, ehemaligerVizedirektor des BAG sagt:
-
Das sagt jemand, der das Systemin- und auswendig kennt.
-
Ist das nicht ein Warnsignal?
-
Das ist es, aber es gibt auch Leutewie Anne Lévy oder Thomas Christen,
-
die sagen,dass diese Reform gut sei.
-
Die Reform bringt Antwortenauf gewisse Themen.
-
Aber es ist kein Wundermittel,das alles am ersten Tag ändern wird.
-
Efas wird nicht alle Probleme lösen.
-
Nein, aber Efas klärt mancheProbleme über die Finanzierung.
-
Dann kann man über dasGesundheitssystem weiter sprechen.
-
Es ist wichtig, Efas im Zusammenhang
-
mit der Tarifstrukturin der Ambulanz zu diskutieren.
-
Efas ist ein Mittel, mit dem man dasGesundheitssystem reformieren kann.
-
Es braucht Zeit.
-
Jetzt ist er nicht mehr da.
-
Es ist keine Warnung,die mir Angst macht.
-
Man muss allesim Zusammenhang sehen.
-
Wir stimmenüber eine finanzielle Reform.
-
Man muss über alles diskutieren.
-
Vielen Dank für dieses ersteGespräch, Frau Bundesrätin.
-
Wir gehen in die Hauptrunde.- Merci beaucoup.
-
Mit der Gegenseite gehe ich auch ins1:1, etwas später in der Sendung.
-
Konkret mit Natascha Weyvom Referendumskomitee.
-
Sie sind von der Gewerkschaft VPOD.
-
Wenn das Parlament14 Jahre lang braucht,
-
um einen solchen Kompromisszu schmieden,
-
ist nicht mehr viel Luft drin.
-
14 Jahre sind eine lange Zeit.
-
Bei einem Nein zu dieser Vorlage
-
geht in dieser Fragedoch gar nichts mehr.
-
Herr Grossniklaus, das ist nichtunsere Aufgabe als Gewerkschaft.
-
Wir sind eine Gewerkschaft,
-
die Mitglieder im Gesundheitsbereichorganisiert,
-
also Leute, die im Spital,in Pflegeheimen
-
oder bei der Spitex arbeiten.
-
Und auch noch weitere Mitgliederwie Trämler, Lehrer, usw.
-
Wenn eine Reform, die einen grossenBereich unserer Mitglieder betrifft,
-
im Parlament verabschiedet wird,
-
ist es klar,dass wir uns dafür interessieren.
-
Wir haben nach der SchlussabstimmungBilanz gezogen.
-
Wir sind zum Schluss gekommen,
-
dass wir die Reformso nicht unterstützen,
-
weil sie für unszu grosse Risiken birgt.
-
Aus unserer Sicht ist sieein Machwerk der Gesundheitslobby.
-
Die Krankenversichererhaben ihre Interessen durchgesetzt.
-
Die Kantone habendie Gelegenheit beim Schopf gepackt
-
und sich von den steigenden Kostenin der Langzeitpflege befreit.
-
Wir befürchten,dass das zu steigendem Druck kommt
-
bei den Selbstbehalten.Das ist klar.
-
Aber auch bei den Prämienund bei den Arbeitsbedingungen.
-
Sie sprechen auch von Mogelpackung.
-
Patrick Hässig,Co-Präsident des Ja-Komitees:
-
Verkaufen Sie uns diese Reformschöner, als sie tatsächlich ist?
-
Absolut nicht,danke für diese Frage.
-
Gern geschehen.
-
Es ist eine Riesenchancein der Schweiz
-
zusammen mit der Bevölkerung,dem Parlament, der Regierung,
-
mit fast allen Verbänden,den Kantonen
-
hier einen grossen Wumms hinzulegen.
-
Die Schweizsoll reformfähig bleiben.
-
Hier können wir es beweisen.
-
Es ist schade,dass das Referendum ergriffen wurde.
-
Wenn Sie schon alle Mal einig sind,
-
sollte man diese Chance beim Schopfpacken und zwar aus drei Gründen.
-
Alle sind es nicht.
-
Fast alle.
-
Ein Teil der SPund die Gewerkschaften nicht,
-
sonst sagen alle ...aus Kostengründen.
-
Die Kosten, die explodieren,Fehlanreize sind schuld.
-
Es liegen immer noch zu vielePatienten in Spitalbetten
-
und müssen dort übernachten,obwohl es nicht nötig ist.
-
Die Prämien können wir dämpfen,
-
indem durch diese Reformdie Kantone endlich
-
beim grössten Kostenkuchenmitbezahlen.
-
Das ist eine sozialere Finanzierungdieses Gesundheitswesens,
-
weil die Kantonevia Steueranteile mitfinanzieren.
-
Das ist ganz wichtig.
-
Das ist der zentrale Punkt.
-
Die Prämienlast ist nicht mehrzu 100 % bei den Menschen,
-
die heute zuschauen.
-
Als dritter Punkt:aus Personalgründen.
-
Ich setze mich seit ich Politikmache für das Pflegepersonal ein.
-
Wenn wir mehr ambulantisieren,haben wir weniger Nachtschichten,
-
weniger Wochenendschichten,den Menschen geht es besser.
-
David Roth, Sie sind Vizepräsidentder SP und Gewerkschafter.
-
Frau Baume-Schneider sagte, wenn esmehr ambulante Behandlungen gibt,
-
wäre das Ganze günstiger.
-
Glauben Sie nicht daran?
-
Wenn Herr Hässigden grossen Wumms ankündigt,
-
sollte man skeptisch sein.
-
Wie immer, wenn Politikerbei komplexen Problemen
-
einen grossen Wumms ankündigen.
-
Wir haben hier ein komplexes Problemmit vielen Akteuren.
-
In diesem komplexen Problem werdendie Probleme der Kantone gelöst,
-
die Probleme der Versicherer,ein Teil der Probleme des Bundes.
-
Aber es gibt jemand,dessen Probleme nicht gelöst werden
-
in dieser Reform.
-
Das sind jeneder Prämienzahler/-innen.
-
Das ist das, was der ehemaligeVizedirektor des BAG sagte.
-
Am Schluss löst man zwareinen Teil der Probleme,
-
aber nicht die Hauptproblemeder Menschen,
-
die steigenden Prämien.
-
Sie bleiben am Schluss alleinemit diesem Problem,
-
während sich alle anderenverabschiedet haben.
-
Dann möchte ich noch sagen,
-
wenn wir etwas rauszoomen,bevor wir in die Details gehen:
-
Wir haben 13 Mrd.,
-
die man von der öffentlichen Handden Krankenkassen rüberschiebt.
-
Und sagt: "Erledigt für unseine Staatsaufgabe."
-
Das ist unglaublich.
-
Dass wir für eineder wichtigsten Staatsaufgaben
-
eine derartige Machtverschiebung hinzu 40-45 privaten
-
profitorientierten Unternehmenmachen.
-
Stellen Sie sich das in der Bildungoder bei der Armee vor.
-
Das würden wir nie machen.
-
Wir sollten es auch nichtbei der Gesundheit tun.
-
Ja, ich höre zu, aberdas ist keine Machtverschiebung.
-
Nichts ändert sich.
-
Der Katalog der Leistungenwird vom Bund immer genehmigt.
-
Die Kantonehaben die gleiche Verantwortung
-
oder eher mehr Verantwortung,
-
was dann vielleichtder Regierungsrat erklären kann.
-
Es ist nicht mehr Macht, es istein grösseres Volumen abzurechnen.
-
Abzurechnen bedeutet nicht Macht.
-
Es gibt Prämienzahlende,es gibt aber auch einen Patienten,
-
der seinem Arzt oder Therapeutensagt, was er haben möchte.
-
Ich glaube, den meisten Menschen istes wohler zu Hause als im Spital.
-
Und dann immer diese Macht-Sache.
-
Die Krankenkassen werden auch
-
vom Office fédéralde la santé publique ...
-
Das war zur Zeit mit dem ...nicht dem Präsidenten.
-
Dem Vizedirektor.- Genau, der Vizedirektor.
-
Es gibt eine Überwachung.
-
Ich bin nichtdie Verteidigerin der Krankenkassen.
-
Es ist aber falsch zu sagen,dass sie mehr Macht haben.
-
Es ist ein grösseres Volumen,
-
das von den Kantonen und dem Bundkontrolliert wird.
-
Die Kantonekönnen besser hineinschauen.
-
Jetzt gibt es z.B.eine Rechnung des Spitals
-
und eine Rechnung der Krankenkassefür dasselbe.
-
Jetzt soll esnur noch eine Rechnung geben.
-
Die Kantone könnenin métadonnées hineinschauen.
-
Sie sagen es,
-
die Kantone spielen eine wichtigeRolle in dieser Diskussion.
-
Deshalb haben wir heute Abend
-
Lukas Engelbergerin die Sendung eingeladen.
-
Er ist Präsident der kantonalenGesundheitsdirektor/-innen.
-
Herzlich willkommen bei uns.
-
Schauen wir uns fürs Verständniszuerst diesen Verteilschlüssel an.
-
Den neuen,den es mit Efas geben würde.
-
Krankenkassen und Kantone zahlen mitEfas überall den gleichen Anteil,
-
wie man es hier sieht.
-
Egal ob ambulant, stationäroder in der Langzeitpflege.
-
Die Gretchenfrage dabei ist,ob die Kosten
-
mit diesem neuen Schlüsseltatsächlich gebremst werden können.
-
Als Kantone möchten wirunsere Verantwortung wahrnehmen
-
für die Gesamtentwicklungdes Gesundheitswesens,
-
insbesonderefür die Kostenentwicklung.
-
Deshalb sind wir bereit,
-
den grössten Leistungsbereichim Gesundheitswesen,
-
die ambulanten Behandlungen,zukünftig mitzufinanzieren.
-
Dadurch sinken dortdie Kosten der Prämienzahlenden.
-
Dadurch wird sich auch eineEntlastung dieser Gruppe ergeben.
-
Wir wollen diesem Bereichaber auch mitgestalten.
-
Wir werden mit dieser Reform Teilder ambulanten Tariforganisation.
-
Wie werden Daten über denambulanten Bereich erhalten.
-
Bisher haben Sie im ambulantenBereich nicht mitfinanziert.
-
Genau, deshalb waren wir nicht Teildieser Tariforganisation.
-
Das werden wir aber. Wir könnendann auch die Zulassungsteuer
-
der ambulantenLeistungserbringer/-innen ausbauen.
-
Der ambulante Leistungsbereichwird wichtiger für uns
-
und wir werden wichtigerin diesem Bereich,
-
den wir nun mitsteuern können,was ich wichtig finde,
-
weil sich dortdie Medizin der Zukunft abspielt.
-
Das ist ein spannender Punkt,
-
den ich mit Marta Lehmannvertiefen möchte.
-
Sie sind SP-Grossstadträtinaus der Stadt Luzern
-
und waren langeim Pflegebereich tätig.
-
Sie sind Berufsschullehrerinim Gesundheitsbereich.
-
Sie sind gegen Efas.
-
Wenn die Kantone neu auch imambulanten Bereich mitzahlen würden,
-
würde das stärkerüber die Steuern finanziert.
-
D.h. wiederum, dass eseine Prämienentlastung geben würde.
-
Nein, das glaube ich nicht.
-
Ich glaube auch nicht, dass Efas dergrosse Wurf im Gesundheitswesen ist.
-
Als Berufsschullehrerin im Gesund-heitswesen sehe ich seit Jahren,
-
dass das Personalinsbesondere im Langzeitbereich
-
den Beruf verlässt.
-
Junge Fachfrauen Gesundheit,die den Beruf verlassen
-
und nicht mehr zurückkommen werden.
-
Denn die Arbeitsbedingungensind einfach zu schwierig:
-
immer noch mehr Patientenin noch kürzerer Zeit behandeln.
-
Efas wird genau da den Hebelansetzen, bei der Personalsituation.
-
Also muss weniger Personal noch mehrArbeit innert kürzerer Zeit machen.
-
Diese Verschiebungin den ambulanten Bereich ...
-
Die Menschen werden immer älter,wie wir gesehen haben.
-
Viele Menschen können nicht bisan ihr Lebensende zu Hause leben.
-
Es braucht ein gut funktionierendessoziales Netz,
-
damit es überhaupt möglich ist.
-
Sie werden irgendwann ihrem Lebenim Langzeitbereich,
-
im Pflege- oder Altersheim,ihren Platz finden.
-
Das kostet doch auch.
-
Die ambulante Versorgungist also kein grosser Vorteil,
-
weil bei vielen Menschendie Betreuung zu Hause
-
nicht gewährleistet ist,weil z.B. die Familie nicht da ist.
-
Gut, Frau Baume-Schneider,
-
können Sie die Ängstevon Frau Lehmann verstehen?
-
Ja, ich verstehe die Sorgenbez. des Gesundheitspersonals.
-
Ich bin einverstanden,dass man handeln muss.
-
Aber es gibt auchdie Pflege-Initiative.
-
Es ist wichtig, dassdie Pflege-Initiative in zwei ...
-
Wie sagt man? In zwei Etappen ...
-
Wie sagt man?- Umgesetzt wird?
-
Umgesetzt werden kann.
-
Das ist wichtig,
-
dann sind wir bei der Diskussionmit den Kantonen und so.
-
Aber ich verstehe nicht,
-
was die Abstimmung am 24. mitden Arbeitsbedingungen zu tun hat.
-
Ich bin keine Organisatorineines Spitals,
-
aber ich habe mit Direktor Schneidervom Spital Biel gesprochen.
-
Er sagt: "Wenn ich eineambulante Stelle im Spital habe,
-
kann ich das Personal - denn es gibtpénurie - besser dort einsetzen,
-
wo es wirklich wichtig ist,pour le soin usw."
-
Ich teile Ihre Sorgen, aber dieAntwort ist absolut nicht im Efas.
-
Aber ich bin mit Ihnenund Sie müssen mit uns sein,
-
wenn esum die Pflege-Initiative geht.
-
Lassen Sie uns später nochüber die Langzeitpflege sprechen.
-
Das ist ein wichtiger Blockin dieser Sendung.
-
Jetzt zuerst nochmals zu den Kosten.
-
Es wird mit vielen Zahlen hantiertin dieser Abstimmung.
-
Mit vielen unterschiedlichen Zahlenmuss man auch sagen.
-
Wir sollten in dieses Zahlenwirrwarretwas Klarheit bringen.
-
Efas und die Kosten.
-
Im Abstimmungskampf um die Vorlage
-
für eine einheitliche Finanzierungdes Gesundheitswesens
-
werden verschiedene Zahlenins Spiel gebracht.
-
Das Ja-Komitee sagt:
-
Mit der Reform könnten Fehlanreizeim Gesundheitswesen beseitigt
-
und somit Kosten gespart werden.
-
Gemäss einer Studie im Auftragdes Bundesamtes für Gesundheit
-
betrage das Sparpotenzialbis zu 440 Mio. Fr. pro Jahr.
-
Zudem würden die Versicherten vomneuen Verteilschlüssel profitieren.
-
Laut Ja-Komitee würdeder neue Finanzierungsmechanismus
-
zu einer Prämienentlastungvon rund 2 Mrd. Fr. führen.
-
Das Nein-Komitee erwidert,das Gegenteil sei der Fall.
-
Der neue Finanzierungsschlüsselwürde dazu führen,
-
dass die Krankenkassenprämien in 17Kantonen unmittelbar steigen würden.
-
Das berechnen die Gewerkschaften
-
mit öffentlich einsehbaren Zahlendes Bundes.
-
Das Nein-Komiteerechnet mit massiven Mehrkosten,
-
weil der neue Finanzierungsschlüsselauch die Langzeitpflege integriert.
-
Im Jahr 2035 würde dies zu Mehr-kosten von rund 4,9 Mrd. Fr. führen,
-
sagt das Nein-Komitee
-
basierend auf Berechnungen desKrankenkassenverbands santésuisse.
-
Wie also wird sich die Reformauf die Gesundheitskosten auswirken?
-
Genau, die Kostenim Gesundheitswesen explodieren.
-
Efas könnte daslaut Bundesrat und Parlament ändern.
-
Natascha Wey,es ist doch bitter nötig,
-
da sind sich wohl alle einig,dass man diese Kosten bremsen muss.
-
Man muss die Dingeetwas auseinanderhalten.
-
Wenn wir von der Ambulantisierungsprechen ...
-
Die Pro-Seite sagt,dass man die Reform machen müsse,
-
weil die Ambulantisierungdazu führt,
-
dass die Belastung auf die Prämienstärker steigt,
-
weil es zu 100 % bei den Prämienbelastet wird.
-
Die Eingriffe, die von stationärzu ambulant verlagert werden,
-
sind so viel günstiger, dass diesalleine nicht kostentreibend ist.
-
Kostentreibend im ambulanten Blocksind v.a. die Spezialist/-innen.
-
Sie können zunehmendunkontrolliert abrechnen.
-
David Roth hat zu Beginn der Sendunggesagt, dass das diese 13 Mrd. sind,
-
die in die neue Gemeinschafts-einrichtung KVG verschoben werden.
-
Man hat es verpasst, mit dieserReform eine Regulierung zu machen.
-
Wenn man wirklich hätteKosten dämpfen wollen,
-
wäre das da möglich gewesen.
-
Es heisst, Patrick Hässig,
-
dass das Sparpotenzialzwischen 0 und 440 Mio. Fr. liegt.
-
Es ist also überhaupt nicht klar,wo wir zu liegen kommen.
-
D.h. mit anderen Worten,dass es gut ist,
-
weil es nicht unter Null geht.
-
Ich nehme alles, was wir bekommen,wenn wir reduzieren können.
-
Ich finde es schön,
-
wenn man etwas zwischen null undeiner halben Milliarde bekommt.
-
Ich möchte noch etwas zur Gemein-schaftseinrichtung KVG ergänzen,
-
die Frau Weyrichtigerweise erwähnt hat.
-
Dort sind die Kantoneweiterhin vertreten.
-
Die Krankenkassen machen dort mitden Geldern nicht, was sie wollen.
-
Das ist ganz wichtig, die Kantonebehalten mit dieser Vorlage
-
in allen Bereichen - ambulant,stationär und bei der Pflege -
-
das Mitspracherecht.
-
Die Verteilung der Kosten - siefinanzieren weiterhin einen Viertel.
-
Heute denken die Leistungserbringerin Silos.
-
Alle bepflanzen ihre Gärtchen undwollen dort am meisten verdienen.
-
Die meisten Kunden, am meistenheilen, am meisten machen.
-
Mit Efas ist das gefährliche
-
und mit Fehlanreizen behafteteSilo-Denken beendet.
-
Wir haben alle zusammenein Portemonnaie,
-
in dem die goldene Aufteilung gilt,
-
die alle, die an dieser Reformmitarbeiteten, ausgearbeitet haben.
-
Das ist eine schweizerischeErrungenschaft.
-
Wir loben uns immer wiedermit dem schweizerischen Kompromiss.
-
Hier haben wir ihn.
-
Das Sparpotenzial von0-440 Mio. Fr. ist nicht gigantisch.
-
Immerhin wäre es dochein wichtiger Schritt
-
zur Stabilisierungdes Gesundheitssystems, David Roth.
-
Je näherder Abstimmungstermin rückt,
-
desto grösser werdendie versprochenen Einsparungen,
-
die von der Pro-Seite kommen.
-
Man kann noch mal einen Blickauf die Zahlen des Bundes werfen.
-
Ich habe es für die hier Anwesendenfür den Kanton Bern dargestellt.
-
Wenn Efas 2028 komplett eingeführtwürde, würden sie in Zürich um 1,2,
-
im Jura bei Ihnen und in Luzernbei mir um 1,4 steigen,
-
in Bern wären es 1,8.
-
In Basel-Stadtwäre es eine Steigerung um 2,6 %.
-
Das kann die Bevölkerunghier mitnehmen.
-
Wir haben einfacheine Kostensteigerung.
-
Die Prognosen, die man mit derVerschiebung zum Ambulanten macht,
-
sind sehr hypothetisch.
-
Es beinhaltet die Annahme, dass dieKarotte vor der Nase nicht reicht,
-
damit die Ärzte und Spitälergenügend Leute ambulant behandeln.
-
Das ist das Versprechen,das man macht.
-
Aber es ist völlig unklar,ob diese Prognose eintreten wird.
-
Die andere Prognosebasiert auf realen Zahlen.
-
Das sind die Kosten,
-
die die Menschenmit ihren Prämien tragen werden.
-
(Baume-Schneider)Man muss von den Kosten sprechen,
-
aber nicht nur von den Zahlen.
-
Oder man muss zumindestden Kontext geben.
-
Dass es in 17 Kantonen höher wird,ist nicht richtig.
-
Es wäre richtig, wenn die Reform2019 eingetreten wäre.
-
(Roth) Das sind Ihre Zahlen.
-
Ja, es sind unsere Zahlen,aber lassen Sie mich erklären.
-
Diese Zahlen waren von 2016-2019.
-
Das war die Hypothese,die richtig war.
-
Wenn es in 2019 in Kraftgetreten wäre, wäre es so gewesen.
-
Aber Sie wissen genau,dass man seither mehr Ambulanz hat.
-
Man hat eine Modellrechnungmit diesen vier Jahren gemacht.
-
Nein, das Modell ist dasselbe, aberder ambulante Teil ist gewachsen.
-
Man hat nicht mehrdas gleiche Volumen
-
im ambulanten Teil und im Spital.
-
Und das sind nun keineaus der Luft gegriffenen Prognosen.
-
Lassen Sie es mich zu Ende erklären.
-
Diese Prognose zeigt,dass es in den meisten Kantonen
-
ab 2032für die Leute weniger kostet.
-
Man kann nicht behaupten wie viel,
-
aber es senkt sichin fast allen Kantonen.
-
Diese 17 Kantone sind richtig,aber gelten für die Vergangenheit.
-
Sie sagen,das seien veraltete Zahlen.
-
Ich hab die Zahlen heuteauf Ihrer Webseite runtergeladen.
-
(Baume-Schneider) Schauen Sie sichdie Jahreszahlen an.
-
Jetzt müssen Sie mich auchaussprechen lassen.
-
Wenn wir näheran den Abstimmungstermin kommen
-
und die Zahlen immer besser werden,
-
sollten die Menschenskeptisch werden.
-
Es wäre nicht das erste Mal, dassSie die Zahlen des EDI anpassen.
-
Nicht ganz korrekt.
-
Herr Roth, ich schätze Sie sehr.
-
Nicht nur wegen der Partei,ich schätze Sie.
-
Aber ich finde es eine Schande,wenn Sie sagen,
-
dass es viele Schwierigkeitenmit Zahlen gegeben habe.
-
(Roth) Hat es.
-
Ja, aber es hat absolut nichtsmit dieser Abstimmung zu tun.
-
Ich finde das inkorrekt.
-
Die Leutemüssen über das Thema abstimmen.
-
Die Zahlen von 2016-2019 sindrichtig, aber aus der Vergangenheit.
-
Es ist aber inkorrekt,wenn Sie sagen,
-
dass das EDI und Elisabeth Baume-Schneider einen Zahlensalat machen.
-
Absolut nicht.
-
Würden Sie sagen,dass es immer noch Kantone gibt,
-
auch mit den neuesten Zahlen,die davon betroffen sein werden?
-
Sehr wenige, fast keine.- Was heisst "fast keine"?
-
Sehr wenige, sicher.Sehr wenige Kantone.
-
Vielleicht auch noch die Fragean Lukas Engelberger.
-
Sie haben vielleicht konkretereZahlen. Macht es Ihnen keine Sorgen?
-
Doch, für die kantonalen Finanzensehen wir das nicht nur gerne.
-
Aber wir stehen dazu,den ambulanten Bereich mitzutragen.
-
Der ambulante Bereich istim Vergleich zum Zahlenzeitraum,
-
auf den Sie sich beziehen,viel grösser geworden,
-
weshalb die finanzielle Lastfür die Kantone auch grösser wird,
-
wenn wir umstellen.
-
Sie dürfen auch nicht vergessen,
-
dass wir Kantone soziale Verant-wortung haben, die wir wahrnehmen.
-
Diese 26,9 % an alle Leistungenist eine Minimalsatz.
-
Wir dürfen höher gehen.
-
Mein Kanton geht z.B. auch höher beiden stationären Spitalbehandlungen.
-
Wir wollen mit dieser Reformkein Geld für den Kanton sparen.
-
Wir werden -
-
das sage ich Ihnen als Gesundheits-direktor im Kanton Basel-Stadt -
-
im Regierungsrateinen Antrag stellen,
-
unseren Anteil so festzulegen, dasses nicht zu einer Verschiebung kommt
-
zulasten der Prämienzahlenden.
-
Ich war persönlich mit der SP Luzernvor dem Bundesgericht,
-
als es darum ging, dass Familien mitKindern korrekt behandelt werden -
-
und zwar von Ihren Kantonen.
-
Etwa zwölf Kantonemussten ihre Regelungen anpassen
-
nach einem Gerichtsurteil, das wirerstritten haben für Familien,
-
die zu wenig Prämienverbilligungerhielten.
-
Erzählen Sie mir nicht, dass beider Budgetberatung in der Regierung
-
der soziale Gedankean oberster Stelle steht.
-
Doch, ich erzähle Ihnen das.
-
* Sie sprechen durcheinander. *
-
Sie werden vielleicht baldeine linke Mehrheit haben,
-
deshalb werden Sie sich so verhaltenmüssen in Ihrer Regierung.
-
Wir haben auch ohne linke Mehrheiteinen solchen Ansatz.
-
Ganz viele Kantonsregierungen
-
haben nicht das soziale Gewissenzuvorderst.
-
Das haben siein der Vergangenheit bewiesen.
-
Das haben sie auchin dieser Reform bewiesen.
-
Aber Herr Roth, eine Frage.
-
Wenn man sichden Verteilschlüssel anschaut,
-
zahlen die Kantone im ambulantenBereich mit, was vorher anders war.
-
Es gibt also doch eine Chance,dass die Prämien weniger ansteigen.
-
Selbstverständlichzahlen die Kantone mit.
-
Aber Sie wissen auch,wo die Kantone nun weniger bezahlen.
-
Das ist der am schnellsten wachsendeBereich, die Langzeitpflege.
-
Das war die Bedingung der Kantone,um überhaupt einzusteigen.
-
Es hat ihnen nicht gereicht,
-
dass man ambulant und stationärzusammennimmt,
-
sie wollten auchin jenem Bereich entlastet werden,
-
wo die Kosten am stärksten steigen.Dann seien sie dabei.
-
Hier standen nicht die hehren Motiveder Gesundheitsdirektorin,
-
die ich nicht in Abredestellen will, im Vordergrund,
-
sondern eben auch die Motiveder Finanzdirektoren der Kantone.
-
(Wey) Man kann ergänzen, dassim Rahmen der Behandlung von Efas
-
im Bundeshaus sämtliche Anträgefür einen höheren Kantonsanteil
-
abgelehnt worden sind.
-
Dass die Kantone sagen,dass es um eine Entlastung ging,
-
finde ich nicht sehr glaubhaft.
-
(Hässig) Vor lauter Nebelpetardensehe ich momentan die Gegner nicht.
-
Das hat überhaupt nichts mit Efaszu tun, was sie vorhin gesagt haben
-
beim Schlagabtauschmit Regierungsrat Engelberger.
-
Wenn wir zurück zu den Faktenund Zahlen kommen möchten:
-
Wenn wir Efas2022 eingeführt hätten,
-
wären die Prämienzahlendenum 826 Mio. Fr. entlastet worden.
-
Wenn wir bis 2032nach vorne schauen,
-
würden die Prämienzahlendenbis zu 2 Mrd. Fr. entlastet.
-
Und zwarmit einem sozialeren System.
-
Die Kantone zahlen mit Steuergelderndiesen Viertel
-
an die ambulanten grossen Kosten.
-
Das ist eine einheitliche,soziale Finanzierung.
-
Es erstaunt mich, dassdie linke Seite gegen etwas kämpft,
-
was sie die ganze Zeit möchte,
-
nämlich durch Steuerngerechter finanzierte Prämien.
-
Wer mehr verdient, zahlt mehr,
-
wer am Existenzminimum leben muss,zahlt weniger.
-
Das ist doch fair.
-
(Roth) Es gibt einen Bereich,der so aufgestellt ist,
-
dass es für die Prämienzahlendeneinen Deckel gibt.
-
Das ist die Langzeitpflege.
-
Dort können die Kostennicht ins Uferlose wachsen.
-
Dort nimmt man aber den Deckel weg.
-
Dann öffnet man die Büchse derPandora für die Prämienzahlenden.
-
Denn dann sind sieim am schnellsten wachsenden Bereich
-
mitverantwortlich mit ihren Prämien.
-
Das in einer alternden Gesellschaft.
-
Wir haben es vorher gesehen:
-
2050 werden wir mehr als doppeltso viele Menschen über 80 haben.
-
Das wird doch zu Kosten führen.
-
Das werden die Prämienzahlendenbezahlen müssen.
-
Das wissen die Kantone, die nichtfür fünf oder zehn Jahre rechnen,
-
sondern längerfristig.
-
Am Schlussbezahlt sich das für sie aus.
-
Den Argumenten der Gegnernwollen wir auf den Zahn fühlen.
-
Sie haben nicht nurdiese Argumente mitgebracht.
-
Natascha Wey ...- Noch nicht?
-
Sie sind sehr schnell.- Entschuldigung.
-
Sie sind ja heute Abendzum ersten Mal in der "Arena".
-
Das macht nichts, im Gegenteil.
-
Als Gewerkschafterin vom VPOD ver-treten Sie das Referendumskomitee.
-
Jetzt lade ich Siezum gemeinsamen 1:1 ein.
-
Gut!
-
Natascha Wey, fühlen Sie sich heuteAbend etwas einsam in der "Arena"?
-
Nein, überhaupt nicht.Hier sind sehr viele Menschen.
-
Fühlen Sie sich etwas einsamin diesem Abstimmungskampf?
-
Nein.
-
Wir haben dieses Referendumgemeinsam ergriffen,
-
auch mit dem schweizerischenGewerkschaftsbund.
-
Wir haben Unterstützung aus der SP,
-
auch wenn das immer andersdargestellt wird.
-
Die SP ist zwar noch gespaltenim Parlament,
-
hat aber am Parteitag sehr deutlichNein gesagt zu dieser Reform.
-
Es gab in den vergangenen Wochensehr viele Diskussionen
-
auch bei anderen Parteien.
-
In der Fraktionhat sie deutlich Ja gesagt.
-
Das stimmt.
-
Ich muss aber auch sagen, dass ichverstehe, dass man sich wünscht,
-
wenn man 14 Jahre im Bundeshausan einer Reform arbeitet,
-
dass es am Ende gelingt.
-
Das ist aber nicht unsere Rolleals Gewerkschaft,
-
etwas zuzustimmen,das wir nicht für gut befinden.
-
Die SP ist gespalten.
-
Alle diese Berufs-und Fachverbände -
-
und es gibt noch viele mehr -
-
sind für die Efas-Reform,auch die grossen.
-
Da sind Spitäler dabei,Ärzte, Spitex, Apotheker/-innen
-
oder auch Krankenversicherer.
-
Werfen Sie all diesen Verbänden vor,nicht zu wissen,
-
was gut ist für diePrämienzahlenden?
-
Nein, das tue ich nicht.
-
Es ist aber nicht unsere Aufgabe.
-
Ob wir das Referendum ergreifen,entscheiden wir nicht
-
anhand daran,wer eine Reform unterstützt,
-
sondern wenn wir inhaltlichzufrieden sind mit dieser Reform.
-
Bei Efas sind wir das nicht.
-
Wir haben es angesprochen.
-
Einerseits wegen derbefürchteten Prämienerhöhungen.
-
Auch wegen der steigenden Belastungder Bevölkerung
-
durch die Selbstbehalte.
-
Mit Efasbezahlt man 100 % Selbstbehalt.
-
Bei dieser Reformhat man an jedem Punkt,
-
wo im Gesetzdie Möglichkeit bestand,
-
die Bevölkerungzusätzlich zu belasten,
-
die Gelegenheit wahrgenommen.
-
Bei der Langzeitpflegemit der Abschaffung des Deckels
-
durch das Gesetz
-
ist der Weg frei,um die Selbstbehalte zu erhöhen.
-
Das in einem Bereich,wo die Kosten wachsen werden.
-
Das bedeutet, hier wird auchdas Personal unter Druck kommen.
-
Eines Ihrer Hauptargumente ist:Sie befürchten höhere Prämien.
-
Ich habe eine Passageaus Ihrem Argumentarium mitgebracht.
-
Eine spannende:
-
Sie wolleneinkommensabhängige Prämien?
-
Geht es Ihnen also gar nicht so sehrum Efas, als um Umverteilung?
-
Wenn Sie sehen, wie das SchweizerGesundheitswesen finanziert ist,
-
haben Sie heute schon die Situation,dass die Bevölkerung 60 % der Kosten
-
entweder über Prämienoder über Selbstbehalt finanziert.
-
Die Bevölkerung braucht Entlastung.
-
Mit Efas haben wir eine Reform,
-
die noch einmaldie Gelegenheit wahrgenommen hat,
-
um die Selbstbehaltezu erhöhen im stationären Bereich.
-
Die in der Langzeitpflegedie Voraussetzung geschafft hat,
-
dort die Kostenund den steigenden Kostendruck
-
weiterauf die Bevölkerung zu wälzen.
-
Das finden wir nicht richtig.
-
Reden wirüber den ambulanten Bereich.
-
Die Schweizhinkt international hinten nach,
-
wenn esum chirurgische Eingriffe geht.
-
Das zeigt dieser Vergleichmit unseren Nachbarländern.
-
In Frankreich z.B. wurden 2022
-
mehr als die Hälfte der Behandlungenambulant durchgeführt.
-
Sogar Deutschland,bei uns in der Liste auf Platz 2,
-
steht fast zehn Prozentpunkte höherals die Schweiz.
-
Mit Ihrem Referendumsorgen Sie dafür,
-
dass es so bleibt,dass sich das nicht entwickelt.
-
Das ist nicht im Interesseder Prämienzahlenden.
-
Das stimmt nicht,da muss ich Ihnen widersprechen.
-
Die Ambulantisierungist ein Prozess,
-
der schonvor langer Zeit begonnen hat.
-
Wie hat er begonnen?
-
Über die Verordnungvon Eingriffslisten.
-
Die Kantone und auch der Bundkönnen heute schon Listen verordnen
-
und sagen,welche Eingriffe in Zukunft
-
nur noch ambulantdurchgeführt werden sollen.
-
Wenn Sie mirdas Ausland als Vergleich bringen -
-
das ist auch die Art und Weise,
-
wie die Ambulantisierungim Ausland funktioniert ...
-
Wenn man Efas ...
-
Die Unterschiede bei dieser Grafiksind aber gross.
-
Das sind sie, aber das Auslandist nicht per se ein Argument.
-
Die Frage ist, ob man in denBereichen ambulantisiert ...
-
Finden Sie nicht,man müsste mehr ambulantisieren?
-
Doch, und zwar da, wo es Sinn macht.
-
Das kann man politisch regulieren,
-
das hatin der Vergangenheit funktioniert.
-
Das wird auchin Zukunft funktionieren.
-
Darum kann man die Reformmit gutem Gewissen ablehnen,
-
weil die Ambulantisierungweitergehen wird, auch ohne Efas.
-
Sie sind dagegen,dass die Langzeitpflege
-
mit in diese Vorlage gepackt wurde.
-
Schauen wir, welcher Bereich imGesundheitswesen am meisten kostet.
-
Hier der ganze Kuchen.
-
Der ambulante Bereichmit 23 Mrd. Fr.
-
Der stationärekostete 2022 15,3 Mrd. Fr.
-
Die Pflegeleistungengerade mal 5,8 Mrd.
-
Malen Sie nichtden Teufel an die Wand,
-
wenn Sie sagen,die Pflege sei ein Kostentreiber?
-
Man sieht, dass sie in diesem Kuchender kleinste Bereich ist.
-
2011 wurde die neuePflegefinanzierung eingeführt.
-
Man hatte ein sehr wichtiges Ziel.
-
Und sagte, die Restfinanzierungtragen die Kantone,
-
weil man die demografischeEntwicklung in der Schweiz
-
nicht den Prämien belasten will.
-
Diese Reform heutemacht das rückgängig.
-
Natürlich sind hierdie Kosten noch tiefer.
-
Aber das ist der Punkt, wo wir inBezug auf die künftige Entwicklung
-
mit Frau Bundesrätin ElisabethBaume-Schneider
-
eine Differenz haben.
-
Wir wissen: Im Jahr 2040 haben wirdoppelt so viele ältere Menschen
-
in der Schweiz wie heute.Wir wissen auch:
-
Ein durchschnittlicherPflegeheimaufenthalt
-
kostet heute etwa 4'400 Fr.
-
Durch die Einführung von Efasund den Einbezug der Langzeitpflege
-
wird auf einen Schlag 600 Fr.pro Monat mehr den Prämien belastet.
-
Das ist ein Fass ohne Boden.
-
Das ist eine Entwicklung,die anhalten wird.
-
Wir sind nicht alleinemit dieser Einschätzung.
-
Ist es nicht doch einesehr pessimistische Einschätzung,
-
wenn man sichdiesen Kuchen anschaut?
-
Nein, es ist eine Einschätzung,
-
wo sich auch die Expertennicht einig sind.
-
Im Vorfeld dieser Sendung
-
habe ich ein Interview gelesenmit Tobias Müller,
-
Gesundheitsökonomder Berner Fachhochschule.
-
Auf die Frage, ob Prämienerhöhungenmöglich sind mit Efas,
-
gibt der die Antwort:"Ja, das ist möglich.",
-
weil es sehr schwierigeinzuschätzen ist,
-
wie sich dieser Trend entwickelt.
-
Weil sich mit Efas die Versicherer
-
nicht nur bei der Langzeitpflegezu 73 % beteiligen,
-
sondern auch im stationären Bereich
-
und der stationäre Bereich weiterwachsen wird,
-
ist es durchaus möglich,dass Prämienanstiege drohen.
-
Dieses Szenario wollen wir nicht.
-
Denn dann sind wir da,
-
wo wir die ältere Bevölkerung gegendie jüngere Bevölkerung ausspielen.
-
Das war Natascha Wey im 1:1in ihrer ersten "Arena".
-
Herzlichen Dank.
-
Gehen wir zurück in die Hauptrunde.
-
Frau Bundesrätin,die Leute werden immer älter.
-
Es liegt auf der Hand, dass dieLangzeitpflege auch teurer wird.
-
Ich unterschreibe alles,was meine Vorrednerin gesagt hat.
-
Aber das Resultatist nicht dasselbe.
-
Die Volumen sind nicht dieselben.
-
Efas ist kein Spiel, wo mandie jüngeren gegen die älteren ...
-
Ich habe gehört, dass die älterenPersonen nicht mehr 23 Fr. pro Tag
-
bezahlen, sondern mehr.
-
Das stimmt nicht.
-
Der Bundesrat könnte schon heuteeinen höheren Tarif ansetzen.
-
Er macht es aber nicht.
-
Im Gesetz ist geschrieben,dass ab 2032 während vier Jahren,
-
also bis 2036,nicht geändert werden darf.
-
Das ist wichtig.
-
Ich verstehe, dass man sagt,dass es teurer werden könnte.
-
Es wird aber nicht teurer für michals einzelner Prämienzahler,
-
sondern für das ganze System.
-
Das ganze Systemwird weniger kosten,
-
Weil das Ambulante auch anderseinheitlich verteilt ist.
-
Man sollte ein tableau dynamiquemachen.
-
Da würde man sehen,dass es für die Pflege teurer wird,
-
aber es wird in den kommenden Jahrennicht dasselbe Niveau haben.
-
Man darf auch nicht vergessen, dassdiese Prozente im Gesetz stehen.
-
Das muss eng überwacht werden.
-
Das Parlament kann in einigen Jahrenerneut beurteilen.
-
* Sie sprechen durcheinander. *
-
D.h., dass es den Deckel,von dem David Roth gesprochen hat,
-
gar nicht gibt.
-
* Sie sprechen durcheinander. *
-
Im Gesetz ist festgeschrieben, dassder Selbstbehalt max. 20 % sein darf
-
vom höchsten Betrag,den die Krankenkasse festlegt.
-
Wenn man diesen Betragnicht erhöhen wollte,
-
hätte man den Deckelnicht aus dem Gesetz gestrichen.
-
Wenn Sie, Frau Bundesrätin Baume-Schneider sagen,
-
dass nicht erhöht wird,
-
hätte man den Deckel nichtaus dem Gesetz streichen müssen.
-
Man kann schon bei der Schafweideden Zaun wegnehmen
-
um mit dem Wolfeine Vereinbarung treffen ...
-
Der Bundesrat kann die Beiträgean die Pflegeleistungen
-
schon heutefrei bestimmen, also anpassen.
-
(Baume-Schneider) Das stehtin der Verordnung.
-
(Wey) Aber das Verhältnisist festgelegt im Gesetz.
-
Das ist wichtig: Diese max. 20 %wurden herausgestrichen.
-
Das ist der gleiche Bundesrat,
-
der vor ungefähr vier Wocheneine Vorlage verabschiedet hat
-
zur Erhöhung der Mindestfranchise.
-
Also wieder eine zusätzlicheBelastung der Bevölkerung
-
mit dem Argument,dass die Teuerung erfordere,
-
dass die Franchiseerhöht werden müsse.
-
Das ist keine sozialeGesundheitspolitik.
-
(Hässig) Das mit diesen Erhöhungenist noch nicht beschlossen,
-
das weisst du genau.
-
Das war im Ständerat angekratzt.
-
Der Bundesrat hat es angenommen.
-
Dann kommt noch der Nationalrat.
-
Ich habenoch nicht den Knopf gedrückt.
-
* Sie sprechen durcheinander. *
-
Moment, dann hat maneine Referendumsmöglichkeit.
-
Da habt ihr Erfahrung darin.
-
Das istnoch überhaupt nichts gesagt.
-
Ich finde es unredlich,
-
wenn man eine Angstmacherkampagnedazu auflädt,
-
mit Dingen, die erst gestartet sind
-
und noch überhaupt nicht sicherist, was dabei herauskommt.
-
Ich finde es nicht okay,
-
wenn man den Leuten Angst machtin dieser "Abstimmungsarena",
-
was alles auf sie zukommen könnte.
-
Es geht aber nicht um diese Vorlage.
-
Bei dieser Vorlage geht es darum,
-
dass die ambulanten Eingriffeerhöht werden können.
-
Wir haben heute noch 60 %von Leistenbrüchen stationär.
-
Das kann man schon lange mit dreilaparoskopischen Schnitten machen,
-
am Abend wieder nach Hause gehen.
-
Bei Komplikationenhat die Spitex eine adäquate
-
und qualitativ gleichstehendeBehandlung zu Hause.
-
Jetzt wird es mir zu blutig.
-
Aber die Angstmache-Kampagneinteressiert mich, David Roth.
-
Die Gegenseite ist erstaunlichredlich in dieser Geschichte.
-
Mit der Anhebung derMindestfranchise
-
sagen die bürgerlichen Parteien,selbst wenn sie dagegen sind,
-
dass es nicht reichen wird,weil die Mitte, FDP, SVP,
-
die das auch im Ständeratmitgetragen haben,
-
auch im Nationalratdie Mehrheit haben.
-
(Hässig) Die Mitteist meist gespalten im Nationalrat.
-
(Roth) Es braucht etwadrei Viertel der Mitte,
-
damit es für SVP und FDP reicht.
-
Diese beiden haben auchim Bundesrat die Mehrheit.
-
Das ist das Redliche daran,
-
dass dort schon durchschimmert,
-
dass man, wenn manfür die Versicherten
-
etwas verschlechtern kann,es auch tut.
-
Ich war zwölf Jahreim Kanton Luzern im Kantonsrat.
-
Wir waren ein Kanton, bei dem immerwieder Sparpakete geschnürt wurden.
-
Sie sind jetzt auch beim Bundso weit.
-
Wenn man in Gesetzendie Möglichkeiten gibt,
-
um Kosten zu überwälzen, spätestenswenn die Finanzmittel knapp werden,
-
wird alles gesetzlich Möglicheausgeschöpft werden.
-
Das ist so sicherwie das Amen in der Kirche.
-
Es ist erstaunlich redlich,
-
wie bereits vor der Efas-Abstimmung
-
Verschlechterungenauf den Weg gebracht werden.
-
Aber das wird die Zukunft sein.
-
Ich verstehe,was Sie mit der Franchise meinen
-
wir werden sehen, wie es weitergeht.
-
Aber, auch wenn Efasnicht durchkommt,
-
ändert das nichts bei der Franchise.
-
Mich erstaunt ...
-
Es ist schon kompliziert,aber man muss klar sagen,
-
worüber man abstimmt.
-
Wir stimmen über eine neueFinanzierungsmöglichkeit ab,
-
die mehr positive Anreizefür das Ambulante gibt.
-
Ich höre zu, man muss dasGesundheitssystem überwachen.
-
Das hat man auchmit den Kantonen gemacht.
-
Es wurde ein grosser Schritt gemachtmit den Tarifpartnern.
-
Es ist wichtig zu zeigen, dass mandieses System reformieren kann.
-
Man kann schon sagen, was möglichist, auch mit der Franchise.
-
Darüberstimmen wir aber nicht ab.
-
Ein komplexer Kompromiss.
-
Nein, es gibt viel Schwierigesim Gesundheitswesen.
-
Es gibt viel Verantwortung,
-
vom Bund, den Krankenkassen,den Kantonen, den Ärzten,
-
den Spezialisten ... Das stimmt.
-
Aber darüberwerden wir nicht abstimmen.
-
Worüber wir abstimmen,wird ein positiver Schritt sein.
-
Dann kann man einen zweiten machen.
-
Warum jetzt nichteinen Schritt wagen?
-
Weil die Vorlageaus unserer Sicht nicht gut ist,
-
weil sie zu viele Gefahren birgtim Bereich der Langzeitpflege.
-
Das haben wir gesehenmit den steigenden Prämien.
-
Aber auch der ganzen Umwälzung,
-
die im System der Langzeitpflegeangelegt wird.
-
Die Langzeitpflege wird heutevon den Kantonen organisiert.
-
Die Kantonehaben eine Restfinanzierung.
-
Das bedeutet eine Restverantwortung.
-
Das wird sich mit Efasgrundlegend ändern,
-
wenn ein neuer Tarifeingeführt wird,
-
der vermutlichein Pauschaltarif sein wird.
-
Wir wissen nicht,wie dieser Tarif aussehen wird.
-
Efas wurde verabschiedet,bevor geklärt war,
-
wie diese Tarifstrukturaussehen wird.
-
Wir befürchten ...
-
In der Schweiz sind wir bisherverschont geblieben
-
von Pflegeskandalen.
-
Auch weil die Kantone - da hat derFöderalismus seinen Sinn -,
-
die Pflegeheimesehr stark kontrollieren.
-
Sie kontrollieren die Verwendungdieser Gelder sehr genau.
-
Wir befürchten, wenn wireinen neuen Tarif einführen,
-
und wenn die Kantone ihren Anteil andiese neue Einrichtung KVG bezahlen,
-
dass der Blick dafür verloren geht.
-
Und dass Leutevernachlässigt werden,
-
wie wir das aus dem Ausland kennen.
-
Dass sie nicht gut betreut werdenin den Pflegeheimen.
-
Sie befürchten, dass das ganzeSystem schlechter wird?
-
Ja.
-
Sie habenvon den Kantonen gesprochen.
-
Das führt mich zu den Kantonen,zu Lukas Engelberger.
-
Die Kantone haben darauf gepocht,
-
dass die Langzeitpflegein die Efas-Vorlage gepackt wird.
-
Sie habenmit dem Kantonsreferendum gedroht,
-
falls man das nicht machen würde.
-
Die "NZZ" schreibt dazu Folgendes:
-
Ging es darum, Geld zu sparen?
-
Also ich würde gerneden Rest dieser Seite noch sehen.
-
Ich kann mir nicht vorstellen,woher Sie das genommen haben.
-
Es macht keinen Sinn, wenn wir unsauf eine einheitliche Finanzierung
-
für den ganzen Bereich KVG einigen,im Pflegebereich davon abzuweichen.
-
Es gibt auch in der Pflegedie Thematik der Fehlanreize.
-
Die Pflegestunde der Spitexist für die Krankenkasse teurer
-
als die Pflegestundedes Pflegeheims.
-
In intensiven Pflegesettingskann es sein,
-
dass die Krankenkasseeinen Anreiz hat, dem Patienten
-
ein Pflegeheim anzuraten, weil dasfür die Kasse günstiger ist.
-
Insgesamt ist es aber viel teurer.
-
Das ist ein klassischer Fehlanreiz,stationär versus ambulant.
-
Deshalb gelten diese allgemeinenRegeln auch im Pflegebereich.
-
Es macht einfach mehr Sinn,einheitlich zu finanzieren.
-
Zu den finanziellen Folgenmöchte ich etwas sagen.
-
Natürlich wird isoliertfür die Pflege der Anteil grösser,
-
weil das die Verschiebungim Gesamtsystem ist.
-
Aber der Entlastungseffekt ausdem Ambulanten ist viermal grösser.
-
Wir haben die Zahlen gesehen,etwa 24 Mrd. zu etwa 6 Mrd.
-
Das ist eine grosse Diskrepanz.
-
Glauben Sie nicht,dass die Alterung der Gesellschaft
-
und der Demografieschub,den wir erleben,
-
sich nur in den Pflegekostenniederschlägt.
-
Die ambulanten und stationärenBehandlungen
-
sind zu einem grossen Prozentsatzfür betagte Menschen.
-
Man kann nicht sagen,
-
dass diese ganze Demografienur im Pflegebereich stattfindet.
-
Aber die Fehlanreizesind ein wichtiges Thema.
-
Wenn die Kantone,wie es Herr Engelberger sagt,
-
Fehlanreize ausmerzen wollen,können Sie nichts dagegen sagen.
-
Ich muss etwas andereszuerst erwähnen.
-
Wir haben vorher darüber gesprochen,dass man keine Angst schüren sollte.
-
Ich mache mir grosse Sorgenums Pflegepersonal.
-
Ich mache mir v.a. grosse Sorgen
-
um das Pflegepersonalin der Langzeitpflege.
-
Wir haben gehört, dass dasein Bereich ist, der massiv wächst.
-
Das Personal ist aber nicht da.
-
Bis 2030, sagt die Obsan-Studie,
-
brauchen wir über 26 % mehr Personalin der Langzeitpflege.
-
Ich stelle mir die Frage,was es heisst,
-
wenn mit den Krankenversicherernkostendeckende Tarife
-
für Pflegeleistungen im Langzeit-bereich ausgehandelt werden müssen.
-
Was heisst das z.B. für eineSterbebegleitung im Langzeitbereich,
-
die sich über Tage hinzieht?
-
Da braucht es Zeit, sagen Sie.- Genau.
-
Kann sie überhauptkostengünstig sein?
-
Machen wir nichteinen grossen Fehler,
-
wenn wir so wirtschaftlich denken?Kostendeckende Tarife ...
-
Oder was es heisst,wenn eine Pflegefachfrau jeden Tag
-
1 Std. oder mehr neben einerDemenzerkrankten sitzen muss,
-
um ihr behilflichzu sein mit der Mahlzeit,
-
weil sie das nicht mehr versteht.
-
Kann diese Pflegeleistungen über-haupt finanziell abgebildet werden?
-
Ich mache mir grosse Sorgen umdas Personal, das wir nicht haben.
-
Im Langzeitbereich fehlen unssehr viele Pflegefachpersonen.
-
Frau Baume-Schneider sagte,
-
dass es die Pflege-Initiativeschon richten wird.
-
Aber Teil 2 der Pflege-Initiative,
-
die Verbesserung der Ausbildungs-situation, kommt nicht vom Fleck.
-
Wir sind nirgends.
-
Es ist jetzt wichtig, dass wiralles daran setzen, um das Personal,
-
das wir noch haben und ausgebildetwird, im Beruf zu halten.
-
Sie sind sehr engagiertin dieser Diskussion ums Personal.
-
Aber Sie sind nicht die einzigeehemalige Pflegefachperson.
-
Auch Patrick Hässig, der esganz anders sieht. Warum denn?
-
Wir ziehen bei vielemam selben Strick, Frau Lehmann.
-
Das zeichnet uns aus: Wir setzen unsfürs Pflegepersonal ein.
-
Ich muss Ihnen aber sagen,
-
dass dieser nationalekostendeckende Tarif,
-
der mit dieser Reform kommen soll,
-
eine grosse Errungenschaft fürdie Pflegenden in unserem Land ist.
-
Endlich sind wir Pflegendenauf Augenhöhe mit den Ärzten
-
und anderen Tarifpartnern.
-
Wir dürfen am Tisch zu denTarifverhandlungen teilnehmen.
-
Frau Lehmann,Sie wissen genauso wie ich,
-
dass das eine Forderungdes Schweizer Berufsverbands
-
der Pflegefachfrauen undPflegefachmänner SBK ist.
-
Das ist eins zu einseine Forderung der Pflege,
-
die im Parlament übernommen wurde.
-
Das ist der rote Teppichfür die Pflege-Initiative.
-
Man muss hier sagen, das istganz wichtig in dieser Diskussion,
-
der SBKhat Stimmfreigabe beschlossen.
-
Da sind Sie sich uneinig.Der Verband legt sich nicht fest.
-
Ich glaube nicht, dassdie Pflegenden den roten Teppich
-
ausgerollt haben wollen, damit siemit den Ärzten auf Augenhöhe sind.
-
Die Pflegenden wollen ehergute Arbeitsbedingungen,
-
endlich gute Arbeitsbedingungen undendlich mehr Zeit, weniger Klienten
-
und sich nicht ständig
-
mit dem Fachkräftemangelauseinandersetzen zu müssen.
-
Ich arbeite als Berufsschullehrerinim Gesundheitswesen.
-
Ich habe ganze Klassen,die den Pflegeberuf verlassen,
-
und sie werdennicht mehr zurückkommen.
-
Das ist der Hebel,bei dem wir ansetzen müssen.
-
Den Hebel setzen wir anbei der Pflege-Initiative.
-
Das erste Paket kommt in Rekordzeit,das geht nicht schneller.
-
Ich möchte noch kurzden Satz beenden.
-
Wenn Sie mit Ihren Lernendenund Studierenden zusammen sind,
-
hören Sie Ihnen ganz genau zu.
-
Sie werden Ihnen erzählen, dass siemit den unregelmässigen Diensten,
-
mit den Nachtdienstenund Wochenenddiensten kämpfen
-
in ihrem Alter von 17-18 Jahren.
-
Diese Vorlagewill dieses Problem lösen.
-
Wir haben Bürozeiten in ambulantenZentren von Montag bis Freitag,
-
von morgens um 7 Uhrbis abends um 18 Uhr.
-
Ich habe gestern mit dem Direktorder Stadtspitals Zürich telefoniert.
-
Sie betreiben eines der grösstenAmbulatorien der Schweiz.
-
Sie haben noch keine freien Stellenund werden überrannt von Personal.
-
Das ist doch ein Beweis dafür.
-
Herr Hässig, da muss ich Ihnenabsolut widersprechen.
-
Ich bilde dochkeine Pflegekräfte aus,
-
damit sie nachherzu Bürozeiten arbeiten können.
-
Aber das ist ein Bedürfnis.
-
Die Pflege in der Schichtarbeit,am Wochenende, in der Nacht,
-
ist hochkomplex,
-
das ist eine ganz besondereBetreuungsarbeit.
-
In der Nacht sterben viele Menschen.
-
Ich brauche aber Zeit und Raum,um diese Pflege anzubieten.
-
Ich kann es nicht mehr hören, dassalle Pflegenden Bürozeiten wollen.
-
Das erlebe ich nicht.
-
Sie wollen gute Arbeitsbedingungen,faire Entlöhnung
-
und eine gute Pflegequalität,mit der sie zufrieden sind.
-
Belassen wir es dabei.
-
Ich möchte noch ein Argumentvon Herrn Engelberger aufnehmen.
-
Sie sagen, dass Siedie Fehlanreize ausmerzen möchten.
-
Natascha Wey, Fehlanreizein der Langzeitpflege ausmerzen.
-
Was soll daran schlecht sein?
-
Sie stellen mir zwei Fragen.
-
Wenn Sie die Fragenach den Fehlanreizen stellen,
-
würde ich grundsätzlichin Zweifel ziehen,
-
dass Efas so viele Probleme behebt.
-
Es stimmt, dass wir Fehlanreizehaben, aber v.a. in den Tarifen.
-
Schauen Sie sich doch die Landschaftim Gesundheitswesen an.
-
Alle öffentlichen Spitäler in derDeutschschweiz schreiben Defizite.
-
Wir haben Entlassungenin St. Gallen und in Bern.
-
Die ambulanten Tarifesind heute nicht kostendeckend.
-
Wieso sollte ein Spital, das Defi-zite im ambulanten Bereich macht,
-
mit Efasdie Ambulantisierung fördern?
-
Schauen Sie mal,was die "NZZ" schreibt.
-
Aber das wird sich mit Efasnicht ändern.
-
Die Tarife ändern sich nichtmit Efas.
-
Die ambulanten Tarife bleiben zutief und bei den stationären Tarifen
-
haben sie in der Grundversorgung einProblem. Das verursacht Defizite.
-
Wenn man bei den Anreizenansetzen möchte,
-
müsste man das bei den Tarifen tun.
-
Müsste man also das Tarifsystemnoch mal genauer anschauen?
-
Ja, das ist richtig.
-
Man hat einen sehr wichtigen Schrittgemacht.
-
Ich bin sehr dankbar, dass durchdie OAAT mit Regierungsrat Schnegg
-
gesprochen wurde.
-
Herr Schnegg aus dem Kanton Bern.
-
Diese Tarifemüssen diskutiert werden.
-
Dann muss man sieals dynamisch anschauen,
-
dass diese Tarifenicht für ewig sind.
-
Sie müssen immer wiederangepasst werden.
-
Aber das ist wieder nichtdie Abstimmung von heute.
-
Das ist das Problem.
-
Alle Schwierigkeitenim Gesundheitsbereich ...
-
Efas bringt mehr Transparenzund Klarheit.
-
Dagegen kann man doch nicht sein.Da muss man alles andere auch tun.
-
Man muss wirklich schauenmit den Tarifen.
-
Ich bin sicher,dass den Kantonen nicht egal ist,
-
was mit den Altersheimen geschieht.
-
Ich bin sehr bei Frau ...- Lehmann.
-
Es ist so wichtig,für die Würde einer älteren Person
-
und ihre Familie,wie sie sterben kann.
-
Es hat aberkeinen direkten Zusammenhang.
-
Es handelt sich darum,wie die Bedingungen sein werden.
-
Das muss ich jetztauf Französisch sagen:
-
L'autorisation de pratiquer in einemAltersheim bleibt genau dieselbe.
-
Die Verantwortung des Kantonsist dieselbe.
-
Das ist wichtig und ich werde michjeden Tag und jede Nacht
-
dafür einbringen,die Würde der älteren Personen ...
-
Ein wichtiges Signal an Sie,Frau Lehmann?
-
Danke, Frau Baume-Schneider.Die Würde ist nicht nur
-
bei den alten Menschenim Alters- und Pflegeheim.
-
Aber wenn wir gehört haben, dassdie Prämienlast für alle steigt,
-
fragt sich, wer sich den Eintrittin ein Altersheim noch leisten kann.
-
Wir können Efas nicht denken,
-
ohne den starken Part der Pflegendenmitzudenken.
-
Die Pflegenden,die wir jetzt nicht haben.
-
Die Ausbildungsoffensive ist erfolgtdank der Pflege-Initiative.
-
Aber wir müssen jetzt schauen,dass wir das Personal,
-
das wir laufend ausbilden,im Beruf halten können.
-
Efas ist eine Vorlagemit unsicherem Ausgang.
-
Wir brauchen Lösungen, die heuteFuss fassen und nicht übermorgen.
-
Ich möchte noch etwasan Sie richten, Herr Roth.
-
Mehr ambulant heisst doch inder Gleichung auch weniger Kosten.
-
Natascha Wey hat das gut ausgeführt,dass niemand
-
gegen eine sinnvolle Verlagerungzum ambulanten Bereich ist.
-
Aber das ist jetztauch politisch möglich,
-
wenn man die politischeVerantwortung wahrnimmt
-
und die Listenentsprechend verpflichtend macht,
-
was ambulant behandelt werden muss.Auf diesem Weg muss man weitergehen.
-
Ich verstehe nicht,dass man überall dort,
-
wo man die politische Verantwortungnicht wahrgenommen hat,
-
sagt, dass man nunökonomische Anreize einführe.
-
Jetzt schaue man,dass die Krankenversicherungen,
-
die auf Profit arbeiten,
-
die Verantwortung übernehmen, dieman politisch nicht erledigt hat.
-
Das ist die Privatisierung imGesundheitswesen, die ich bekämpfe -
-
dass man 13 Mrd.von der öffentlichen Hand
-
in einem so wichtigen Bereichzur Krankenkasse rüberschiebt.
-
Das wird nichtzu mehr Verantwortung führen.
-
Die Kantone sind selbstverständlich
-
in diesen gemischten Ausschüssendabei.
-
Sie bezahlen 23 % und wissen,was gilt: Wer zahlt, befiehlt.
-
Bei den Krankenkassen sind es 76 %.
-
Mich nervt ein bisschen,dass man sagt,
-
dass das dann von denKrankenversicherern kommen soll.
-
Das kommt von den Prämienzahlenden.Aber die haben keine Macht.
-
Wer zahlt, befiehlt,Herr Engelberger?
-
Mir ist wichtig zu betonen,
-
dass Efas nichtandere Dinge unnötig macht.
-
Wir müssen andere Dinge vorwärtsbringen, die Pflege-Initiative,
-
die Tarifrevisionim ambulanten Bereich.
-
Und ja, auch mit den ambulantenListen sind wir noch nicht fertig.
-
An denen arbeiten wir weiter.
-
Es hilft uns einfach, wenn esim Maschinenraum auch stimmt.
-
Wir sprechenüber die Finanzierungsgrundsätze.
-
Dort kommt der finanzielle Schub,die ökonomischen Anreize.
-
Die müssen unsere Politik unter-stützen und ihr nicht im Weg stehen.
-
Deshalb gibt eseine so fundamentale Reform.
-
D.h. aber nicht, dass die übrigenDinge nicht mehr wichtig wären.
-
Ich wollte noch etwaszum Pflegetarif sagen.
-
Es gab vor Kurzemein Interview mit Verena Nold,
-
Direktorin von santésuisse.
-
Sie sagte am Ende,dass sie sich Sorgen mache
-
wegen der Integration Pflege.
-
Einerseitswegen der steigenden Demografie.
-
Andererseits weil manin der Langzeitpflege
-
kostendeckende oder höhere Tarifebezahlen müsse.
-
Das ist unsere Sorge.
-
Das sind die zwei Themen,
-
die nicht gegeneinanderausgespielt werden sollen.
-
Das steht sogar in einer Studie inden Unterlagen zu dieser Vorlage.
-
Natürlich haben dieKrankenversicherer ein Interesse,
-
den neuen Tarifmöglichst zu drücken.
-
Da bin ich dann schon eherbei David Roth.
-
Wenn die Krankenversicherer
-
73 % Finanzierungbei der Langzeitpflege haben,
-
werden sie auch zu 73 % mitbestimmenund mitdrücken wollen.
-
Aber die Kantonesprechen da auch mit
-
und habeneine gewisse Kontrollfunktion.
-
Wir werden immer nochdie Planung machen,
-
die Pflegeheimliste erstellen.
-
Wir haben eine Aufsichts-verantwortung über die Pflegeheime.
-
Daran ändert sich überhaupt nichts.
-
Diese Unterstellung, dass wirdie Betagten in Stich lassen würden,
-
nur weil der Finanzierungsschlüsselim KVG etwas ändert,
-
ist nicht realistisch.
-
Wir sind als Mitglieder vonRegierungsräten vom Volk gewählt.
-
Es gibt zu Recht eine nahe öffent-liche Kontrolle dieser Institution.
-
Ich muss das zurückweisen.
-
Die Kantonemüssen weiterhin kontrollieren.
-
Woher kommen denndie Ängste auf Ihrer Seite?
-
Wenn die Finanzierung analog zu Efasist, wird es dazu führen,
-
dass der politische Druckfür Sparmassnahmen im Pflegeheimen
-
steigen wird.
-
Wenn Sie steigende Kostenbei den älteren Menschen haben
-
und die Familien ihre Prämien-rechnung nicht mehr bezahlen können,
-
wird der Druck enorm steigen -
-
auch auf die politischVerantwortlichen, die weniger Geld
-
aus der öffentlichen Kassefür diese Aufgabe nehmen,
-
sondern stattdessenvon den Versicherten,
-
und an der Qualität schrauben.
-
Da unterstelle ich Ihnenpolitische Sachzwänge.
-
Diesem Risiko will ich dieälteren Menschen nicht aussetzen,
-
auch nicht die Versicherten.
-
Die Entsolidarisierungist dort die grosse Gefahr.
-
Frau Wey, vertrauen Sie nichtauf das politische System,
-
das immer wieder Dinge korrigiert,sodass es gut kommt?
-
Doch, ich vertraueauf das politische System,
-
und ich bin da eherbei Herrn Engelberger,
-
dass es die Finanzierungsaufgabeder Kantone bleiben soll,
-
die Langzeitpflege zu organisieren,weil ich der Ansicht bin,
-
dass die Kantone besser geeignetsind, näher am Volk sind.
-
Vielleicht noch ein letzter Satz -Herr Engelberger hat es erwähnt.
-
Die demokratische Kontrolleund das Abwählen,
-
da kann man vielleicht etwas saloppzum Schlusssatz sagen,
-
dass man Herrn Engelberger abwählenkann, wenn man ihn nicht mehr will,
-
aber einen neuen Tarifkann ich nicht abwählen.
-
Die Kantonehaben den Auftrag, zu kontrollieren.
-
Ja, aber das habe ich zuvor gesagt:
-
Wenn man nicht mehr selbstfinanzieren muss,
-
wird sich das Interesse verringern.
-
Lassen Sie uns auf die Uhr schauen.
-
Das Pro-Lagerhat heute in dieser Sendung
-
27 Min. und 29 Sek. gesprochen.
-
Das Kontra-Lager 27 Min. und 52 Sek.
-
Das gibt Ihnen, Frau Bundesrätin,nicht ganz eine halbe Minute Zeit
-
für ein Schlusswort.
-
Besten Dank, ich bin etwas besorgt.
-
Man sagt, dass man alles tun kann,mehr Ambulantisierung,
-
aber das geht zu 100 %zu Lasten des Prämienzahlenden.
-
Das vergisst man ein wenig.
-
Wir haben viel über die Langzeit-pflege gesprochen, was richtig ist.
-
Aber es gibt die Möglichkeit,das unter Kontrolle zu bekommen.
-
Aber auch die Ambulantisierung istnur bei mir als Prämienzahlende.
-
Das stimmt nicht, diese 100 %.
-
Schauen Sie auf die Uhr.
-
Wir haben es fastauf die Sekunde geschafft.
-
Meine Damen und Herren,ganz herzlichen Dank,
-
dass Sie mitdiskutiert haben
-
in dieser sehr engagierten "Arena"zu einem wichtigen Thema.
-
Am 24. November ist dann Abstimmung.
-
Die nächste Arena gibt esnicht erst nächsten Freitag
-
mit meinem Kollegen Sandro Brotz,
-
sondernbereits am Mittwoch gibt es bei SRF
-
einen grossen Politikabendmit "Rundschau" und "Arena".
-
Es geht um den Ausbauder Autobahnen.
-
Im Studio ist u.a.Bundesrat Albert Rösti.
-
Am 24. November wissen wir,wie es ausging.
-
Ich sage Ihnen:Stimmen Sie ab, wenn Sie können.
-
Ich wünsche eine gute Zeitund einen schönen Abend.
-
SWISS TXT / Accessibility ServicesJulia Böhm, Alexandra Duttweiler,
Topics (Tabinhalt)
- kosten efas bereich menschen ambulanten sagen langzeitpflege zahlen kantone steigen
- efas prozent reform sagen kantone frau prämien wichtig teurer zahlen
- kantone zahlen menschen verantwortung baume-schneider prämienzahlenden sprechen mrd. frau sagen
- kantone efas reform gesundheitswesen bereich ambulanten engelberger kosten sagen krankenkassen
- reform langzeitpflege kantone spital wichtig finanzierung sagen kantonen bereich prämien
Suche (Tabinhalt)
00:00:00
00:07:54
00:15:49
00:23:43
00:31:38
00:39:33
00:47:27
00:55:22
01:03:17
01:11:11
01:19:06
Hauptfarben
Hauptfarbe pro Frame.
Anzahl Worte
Total Worte: 9238
Worte pro Minute: 117
Sentiment
- 1 = Positiv (3%)
- 0 = Neutral (83%)
- -1 = Negativ (14%)